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Gott ist gut!
Gott ist gut!
26.06.2026 | Rubrik: Persönlich | 3 Minuten Lesezeit | Autor: Nadine Hartmann
«Nadine, kannst du mir bitte so schnell wie möglich den Kahoot-Link vom letzten Bibelquiz senden? Wir starten heute Abend mit unserer Familie eine Kleingruppe, und weil niemand die Leitung des ersten Abends übernehmen möchte, mache ich das!»

Diese Nachricht erhielt ich vor ein paar Monaten von einer Teenagerin aus meiner Unti-Klasse. Ich staunte nicht schlecht über ihre Nachricht und freute mich riesig über ihre Initiative. Ein paar Tage später traf ich ihre Mutter. Sie erzählte mir, dass ihre Tochter den Abend hervorragend geleitet hatte. Zuerst lasen sie zwei Kapitel in der Bibel und tauschten sich darüber aus. Anschliessend hatten sie mit der Worship-Playlist unserer Kirche eine Zeit der Anbetung, und zum Schluss gab es noch ein Bibelquiz mit Kahoot.

Diese Elemente kamen mir natürlich sehr bekannt vor, denn einige davon verwenden wir auch im Unti. Ohne Einführung, Anleitung oder sonstige Schulung hatte sie ihre erste Kleingruppe vorbereitet und geleitet. Mich hat das völlig aus den Socken gehauen und meine kühnsten Wünsche für unsere junge Generation übertroffen.

Diese junge Frau ist nicht nur begeistert von Jesus und möchte ihm nachfolgen, sondern sie nimmt das Gehörte auf und setzt es um, indem sie andere anleitet. Genau das kann unsere junge Generation! Eigentlich weiss ich das. Aber es dann auch wirklich zu erleben, haut mich einfach um.

Und das ist kein Einzelfall. Immer häufiger höre ich solche und viele weitere wunderbare Geschichten davon, wie junge Menschen ein Ja für Jesus haben, ihm nachfolgen, mutig anderen von ihm erzählen und sie dazu anleiten, Glaubensschritte zu gehen. Es lohnt sich, in die die junge Generation zu investieren und sie zu befähigen.

Natürlich kenne ich auch andere Teenager. Nach mittlerweile über 20 Jahren Arbeit mit jungen Menschen habe ich fast jeden Typ erlebt. Doch einen Wunsch trage ich seit Jahren für die junge Generation in meinem Herzen – sowohl für die Jugendlichen in meiner Ortskirche als auch in den vielen Gesprächen mit anderen Kirchen: Ich wünsche mir von Herzen, dass sie diesen grossen Gott mit allem lieben, was sie haben, und dass sie ihren Nächsten lieben wie sich selbst. Das kommt dem einen oder anderen vielleicht bekannt vor. Falls nicht, findet ihr hier den Link zu unserem Buch über die Kernwahrheiten, bei dem wir uns genau damit auseinandergesetzt haben.

Ich wünsche mir nicht einfach, dass sie Gott kennen, biblische Geschichten auswendig können oder gut unterhalten werden.

Mein Wunsch ist, dass sie Gott lieben. Dieser Wunsch hat mir in den letzten Jahren viel Fokus gegeben und mir geholfen, Glauben nicht nur durch Worte zu vermitteln. Vielmehr versuchte ich immer wieder Räume zu schaffen, in denen Teenager Gott selbst entdecken dürfen. Das klingt vielleicht komplizierter, als es ist.

Es bedeutet, Zeiten zu schaffen – sei es am Sonntagmorgen, Freitagabend oder in Camps –, in denen Teenager einfach sein dürfen und versuchen können, unserem grossartigen Gott zu begegnen, durch Musik, das Lesen der Bibel, Gebetsliturgien oder kreatives Gestalten.

Am Anfang braucht es Zeit und Geduld, bis sich die Teenager darauf einlassen können. Doch mit der Zeit durfte ich immer mehr erleben, wie sehr sie diese Momente schätzen. Zur Ruhe zu kommen. Zu sein. Nicht ständig Programm auf Programm zu stapeln. Und wenn bei ihnen etwas aufploppt, bereit zu sein.

Ich versuchte immer wieder, ihnen zu vermitteln, dass sie mit allen Themen kommen dürfen und dass es kein Thema gibt, das mich abschrecken würde. Natürlich sind viele dieser Themen auch für mich nicht leicht und können belasten. Dann bin ich dankbar für einen grossen Gott, dem ich alles weitergeben kann, und für Menschen in meinem Umfeld, die mich mittragen.

Eine Herausforderung in der Jugendarbeit ist, dass Jugendliche mit Themen zu dir kommen, die dich selbst triggern können. So habe ich zum Beispiel während meiner Schulzeit Ausgrenzung erlebt, weil ich immer die Rundliche war. Ich habe mich über viele Jahre mit diesem Thema auseinandergesetzt und kann meinen Körper heute so akzeptieren, wie er ist. Wenn ich jetzt mit dieser Thematik konfrontiert werde – und das geschieht immer wieder –, nehme ich es nicht mehr persönlich. Stattdessen habe ich einen guten Umgang damit gefunden. So haben wir alle unsere Themen, die uns herausfordern oder manchmal auch überfordern. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, damit sie uns in der Begleitung anderer Menschen nicht im Weg stehen.

So habe ich es in unserem letzten Camp erlebt. Während einer sogenannten «Freundschaft mit Gott»-Zeit kam eine Teilnehmerin auf mich zu und erzählte von ihren körperlichen Herausforderungen, mit denen sie seit Jahren kämpft. Sie spürt, wie sie immer wieder an ihre Grenzen kommt, und fragt sich, ob Gott sie wirklich sieht und ob er sie heilen möchte. Wir sprachen darüber, und ich durfte für sie beten. Bis heute ist sie nicht geheilt. Doch sie bleibt dran und ist dankbar, dass sie diesen Weg nicht alleine gehen muss.

Genau in solchen Momenten, wenn Teenager über Dinge sprechen, die ihr Herz belasten, und ihren Kummer teilen dürfen, kann Licht ins Dunkel kommen. Scham darf weichen und Heilung beginnen. Nicht alles muss sofort gelöst sein. Doch oft merkt man, wie die Anspannung nachlässt. Einem Teenager sagen zu können: «Es ist okay. Du bist gut, wie du bist. Deine Fragen und Zweifel dürfen sein. Ich verurteile dich nicht», kann ein sehr prägender Moment sein. Wenn junge Menschen ihr Herz öffnen und von ihren Hoffnungen, Träumen oder Ängsten erzählen, bewegt mich das immer wieder tief. Solche Gespräche schaffen echte Verbindung.

Mit Teenagern zu arbeiten, ist ein riesen Privileg. Es ist eine Ehre, junge Menschen begleiten zu dürfen, die das Leben entdecken und gleichzeitig eine Zeit grosser körperlicher und persönlicher Veränderungen durchleben. Wenn ich an die Nachricht dieser Teenagerin zurückdenke, dann sehe ich genau das, wofür wir investieren. Junge Menschen, die Gott lieben, ihm vertrauen und beginnen, andere auf diesem Weg mitzunehmen.

Darum, liebe Kirchen: Vergesst die Teenager nicht. Unterhaltet sie nicht einfach – befähigt sie!

Bild vom Host

Nadine Hartmann

Bereich Teenie

Nadine ist verheiratet und lebt in Beinwil am See. Sie ist Sozialpädagogin und arbeitet zum einem im Team Young Generation mit Schwerpunkt Teenagerarbeit mit und zum anderen als Kinder- und Jugendarbeiterin in der Fabrik Chile Beinwil am See. Sie liebt es die Entwicklung eines Kindes zu beobachten, besonders die ihrer „Gottikinder".
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